Warum ich angefangen habe, Fragen zu stellen...

Veröffentlicht am 10. Juli 2026 um 17:03

Mit 42 Jahren ist man für manche Menschen bereits alt. Zumindest begegnet mir immer wieder diese Vorstellung: Die Jugend ist vorbei, die erste Hälfte des Lebens liegt wahrscheinlich hinter einem, und allmählich sollte man wissen, wer man ist, was man will und wie das Leben funktioniert.

Ich weiß nicht, ob ich mich mit 42 alt fühle. Aber die 40 war für mich tatsächlich eine Zahl, die etwas verändert hat. Nicht schlagartig. Es gab keinen einzelnen Morgen, an dem ich aufgewacht bin und plötzlich alle Antworten kannte. Eher entstand ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass Zeit nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Und damit auch die Frage, wie ich die Jahre verbringen möchte, die vor mir liegen.

  • Was möchte ich noch erleben?
  • Was möchte ich lernen?
  • Welche Dinge möchte ich nicht länger nur hinnehmen?

Und welche Gedanken, Werte und Vorstellungen gehören wirklich zu mir – und welche habe ich irgendwann übernommen, ohne sie je bewusst zu prüfen? Ich halte mich für einen reflektierten Menschen. Zumindest versuche ich es im Rahmen meiner menschlichen Möglichkeiten – und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass auch mein eigenes Ego vermutlich häufiger mitredet, als mir bewusst ist.

Ich stelle mir viele Fragen. Früher drehten sich diese Fragen vor allem um mich selbst: um meine Beziehungen, meine Arbeit, meine Entscheidungen und die Muster, die sich durch mein Leben zogen.

Mit der Zeit wurden die Fragen größer. Warum ist unsere Gesellschaft so organisiert, wie sie ist? Warum unterscheiden sich die Mentalitäten verschiedener Länder so stark? Was bedeutet Bewusstsein? Warum leben manche Menschen sehr bewusst und andere scheinbar fast ausschließlich innerhalb erlernter Routinen? Was verstehen wir eigentlich unter Gesundheit? Warum behandeln viele Systeme Symptome, während die Ursachen häufig nur am Rand betrachtet werden? Warum sieht unser Schulsystem noch immer so aus, obwohl sich die Welt, auf die es junge Menschen vorbereiten soll, grundlegend verändert? Woher kommen wir? Welche Teile unserer Geschichte kennen wir wirklich, und welche Fragen sind noch offen? Wo wollen wir als Menschheit hin? Und wer wollen wir auf diesem Weg werden?

Diese Seite ist aus all diesen Fragen entstanden. Aber der eigentliche Anfang liegt mehr als 15 Jahre zurück...

Als mein bisheriges Leben auseinanderfiel

Mit 28 Jahren lebte ich weitgehend in den Mustern und Strukturen, die ich kannte.

Ich hinterfragte weder mich selbst noch mein Leben besonders intensiv. Auch die Welt um mich herum nahm ich im Wesentlichen so hin, wie sie war.

Ich führte eine Beziehung, die mich nicht glücklich machte. Aber ich blieb darin, weil ich nicht wusste, wie sich eine andere Form von Beziehung anfühlen könnte.

Ich hatte eine schwierige Beziehung zu meinen Eltern. Auch diese Beziehung führte ich weiter, weil ich es nicht anders kannte.

Mein Alltag bestand fast vollständig aus Arbeit und Studium. Freizeitaktivitäten spielten kaum eine Rolle. Ich fuhr nur selten in den Urlaub, weil Reisen in meinem bisherigen Leben nie selbstverständlich gewesen waren.

Ich empfand diese Lebensweise nicht unbedingt als richtig. Aber ich stellte sie auch nicht infrage. Man kann sehr lange innerhalb eines Systems leben, ohne zu erkennen, dass es lediglich ein System ist. Es fühlt sich nicht wie eine Entscheidung an. Es fühlt sich einfach wie das Leben an.

Dann veränderte sich innerhalb von sechs Monaten alles:

Mein damaliger Freund trennte sich von mir. Da wir zusammenarbeiteten, musste ich mir gleichzeitig einen neuen Job suchen. Für diese neue Stelle zog ich in eine andere Stadt. Kurz darauf brach ich den Kontakt zu meinen Eltern ab – und damit zunächst auch zu einem großen Teil meiner Familie. Die Art, wie sich unsere Beziehung entwickelt hatte, konnte und wollte ich nicht mehr ertragen.

Ich begann neu. In Bremen. Ohne Partner, ohne Freunde vor Ort, in einer neuen Wohnung, einer neuen Stadt und einem neuen Job.

Am Anfang funktionierte das erstaunlich gut. Der neue Job forderte mich und gab meinem Alltag Struktur. Es gab viel zu organisieren und wenig Zeit, darüber nachzudenken, was eigentlich passiert war.

Doch irgendwann wurde es still. Und in dieser Stille zeigte sich, was von meinem bisherigen Leben übrig geblieben war.

Was bleibt, wenn alle Fixpunkte verschwinden?

Was bleibt von einem Menschen, wenn plötzlich fast alle vertrauten Fixpunkte wegfallen?

In meinem Fall blieb zunächst vor allem inneres Chaos. Ich blickte nachts in die Dunkelheit und hatte das Gefühl, dass die Dunkelheit zurückblickte. Ich erlebte Panikattacken und starke Angstzustände. Es gab Tage, an denen ich kaum wusste, wie ich diesen inneren Zustand aushalten sollte.Ich fühlte mich innerlich kalt und leer an.

Rückblickend hatte ich mir viele dieser Fixpunkte selbst genommen. Die Trennung war nicht meine Entscheidung gewesen, aber den Jobwechsel, den Umzug und den Bruch mit meiner Familie hatte ich bewusst vollzogen oder zumindest mitgetragen. Das bedeutete jedoch nicht, dass ich auch wusste, wie ich mit den Folgen umgehen sollte.

Eine Entscheidung kann notwendig sein und trotzdem wehtun. Man kann wissen, dass man nicht in sein altes Leben zurückkehren möchte, und sich gleichzeitig völlig verloren fühlen, weil noch kein neues Leben entstanden ist.

Vielleicht war mein Selbstwert in dieser Zeit eine meiner größten Stärken. Irgendetwas in mir war überzeugt davon, dass dieser Zustand nicht das Ende sein durfte.

Ich hätte aufgeben können. Stattdessen suchte ich Hilfe.

Zunächst bei einer christlichen Seelsorge und später bei einer Therapeutin, mit der ich mehr als zwei Jahre zusammenarbeitete. Diese Arbeit veränderte meinen Blick auf mein Leben grundlegend.

Zum ersten Mal verstand ich, dass ich meinem Umfeld nicht einfach nur ausgeliefert war. Vielmehr lieferte ich mich ihm selbst aus – durch Gedanken, Muster, Erwartungen und Werte, die sich über mein gesamtes bisheriges Leben gebildet hatten. Viele davon hatte ich nie bewusst gewählt. Sie waren einfach da.

Beziehungen, die sich vertraut anfühlen

Eine meiner ersten großen Erkenntnisse war, dass meine damaligen Beziehungen in vieler Hinsicht ein Abbild dessen waren, was ich aus meiner Kindheit kannte. Ich suchte nicht bewusst nach lieblosen oder schwierigen Beziehungen.

Aber sie fühlten sich vertraut an. Und Vertrautheit kann leicht mit Sicherheit verwechselt werden – selbst dann, wenn uns das Vertraute nicht guttut. Ich kannte bestimmte Formen von Nähe, Distanz, Konflikt und emotionaler Kälte. Also bewegte ich mich unbewusst immer wieder in ähnliche Situationen hinein. Diese Erkenntnis war schmerzhaft, aber auch befreiend.Denn wenn ein Muster erlernt wurde, muss es nicht zwangsläufig für immer bestehen bleiben.

Ich begann zu verstehen, dass es besser sein konnte, allein zu sein, als weiterhin Beziehungen zu führen, die nur deshalb vertraut wirkten, weil sie alte Erfahrungen wiederholten. Als sich diese Erkenntnis langsam in mir gesetzt hatte, lernte ich kurze Zeit später meinen heutigen Mann kennen. Mit ihm lernte ich, wie sich eine liebevolle und tragfähige Beziehung anfühlen kann. Ich lernte aber auch, wie schwierig es ist, alte Denkmuster tatsächlich umzuprogrammieren und neue Reaktionen einzuüben. Erkenntnis allein verändert noch nicht automatisch unser Verhalten.

Man kann sehr genau verstehen, woher ein Muster kommt, und trotzdem in bestimmten Situationen das Gefühl haben, fliehen zu müssen. Das Herz weiß längst, dass keine Gefahr besteht. Kopf und Körper benötigt manchmal deutlich länger.

Genau dort begann für mich etwas Neues. Ich betrachtete mein Leben nicht mehr nur als etwas, das mir widerfuhr. Ich begann, es als etwas zu verstehen, das ich mitgestalten konnte.

Es gab nicht den einen Wendepunkt

Heute könnte ich meine Geschichte natürlich so erzählen, als hätte es damals einen einzigen Wendepunkt gegeben und danach sei alles stetig besser geworden.

So war es nicht.

Es folgten weitere Erfahrungen, die mich geprägt, verunsichert, herausgefordert und verändert haben.

Vor neun Jahren starb mein geliebter Opa. Sein Tod zwang mich dazu, mich mit Verlust, Vergänglichkeit und unserer häufig merkwürdigen Sprachlosigkeit gegenüber dem Sterben auseinanderzusetzen.

Dann kam Corona – mit all den Unsicherheiten, Ängsten, Konflikten und gesellschaftlichen Fragen, die diese Zeit mit sich brachte. Besonders das Jahr 2021 hat mich stark geprägt.

Später folgten berufliche Herausforderungen, die unter anderem mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine verbunden waren. In diesen Zeiten lernte ich viel über mich selbst. 

  • Über den Tod und darüber, wie unterschiedlich Menschen und Kulturen mit ihm umgehen. 
  • Über Werte und Muster aus der Kindheit, die mich später beruflich an meine Grenzen brachten und mich zweimal sehr nah an einen Burn-out führten.
  • Über Verantwortung, Leistungsbereitschaft und die Frage, wann aus einer Stärke langsam eine Belastung wird.

Neben klassischer Persönlichkeitsentwicklung, Therapie und Coaching begann ich, mich auch mit Spiritualität zu beschäftigen. Dabei machte ich Erfahrungen, die mein bisheriges Weltbild auf den Kopf stellten.

Ich weiß, dass Spiritualität für jeden Menschen etwas anderes bedeutet. Ich möchte meine persönlichen Erfahrungen deshalb weder verallgemeinern noch als Beweis für eine bestimmte Wahrheit darstellen. Für mich haben sie jedoch neue Fragen geöffnet. Was ist Bewusstsein? Ist unsere Wahrnehmung wirklich alles, was existiert? Wie viel wissen wir über uns selbst, über das Leben und vielleicht auch über den Tod – und wie viel glauben wir nur zu wissen?

Alles, was ich gelesen, erlebt und in Therapien, Coachings und Gesprächen erfahren habe, brachte mich Stück für Stück an den Punkt, an dem ich heute stehe.

Und damit zu der Frage, warum ich diesen Blog schreiben möchte.

Eine Scannerin in einer Welt voller Fachgebiete

Heute beschäftige ich mich mit sehr vielen Themen.

Ich habe eine Scanner-Mentalität - sofern man dem Ganzen einen Namen geben will. Das bedeutet vereinfacht gesagt: Mich interessieren zu viele Dinge, als dass ich mich dauerhaft nur mit einem einzigen Gebiet beschäftigen könnte.

Ich liebe es, Neues zu lernen, unbekannte Zusammenhänge zu verstehen und gedanklich von einem Thema zum nächsten zu springen. Das ist eine Stärke. Manchmal führt es aber auch dazu, dass ich mich mit manchen Dingen nicht so tief beschäftige wie ein Mensch, der sein gesamtes Leben einem einzigen Spezialgebiet widmet. Beides darf nebeneinanderstehen. 

Ich bin keine Wissenschaftlerin, Historikerin, Ärztin, Philosophin oder Theologin. Und ich werde auf dieser Seite nicht so tun, als wäre ich es. Ich bin ein Mensch, der Fragen stellt, recherchiert, beobachtet und versucht, Zusammenhänge zu erkennen.

Meine Fragen können sehr groß sein:

  • Warum ist die Gesellschaft so, wie sie ist?
  • Warum unterscheiden sich Kulturen und Mentalitäten?
  • Wie entstehen Werte?
  • Was bedeutet Bewusstsein?
  • Warum gehen viele Menschen dem Thema Tod aus dem Weg, während andere Kulturen ihn stärker in das Leben integrieren oder sogar feiern?
  • Wie könnte sich unsere Gesellschaft durch künstliche Intelligenz verändern?

Meine Fragen können aber auch sehr praktisch sein:

  • Wie pflanze ich mein eigenes Gemüse an?
  • Was benötigt eine Tomatenpflanze wirklich?
  • Was hat unsere Nahrung mit unserer Gesundheit zu tun?
  • Wie können wir moderne Technik nutzen, ohne die Verbindung zur natürlichen Welt zu verlieren?

Für mich widersprechen sich diese Fragen nicht. Sie gehören alle zu demselben Leben.

Wir sehen die Welt nicht, wie sie ist

Seit vielen Jahren beobachte ich, wie Menschen miteinander umgehen, welche Meinungen sie vertreten und aus welchen Perspektiven sie auf dieselben Situationen schauen.

Dabei fällt mir immer wieder auf, wie unterschiedlich Wirklichkeit erlebt werden kann.Wir alle sehen die Welt durch unsere eigene Brille.

Diese Brille besteht u.a. aus Erfahrungen, Erziehung, Kultur, Wissen, Ängsten, Hoffnungen und persönlichen Werten.

Eine Pflanze, die durch eine Pflasterfuge wächst, ist für den einen Menschen Unkraut. Für einen anderen ist sie vielleicht ein Heilkraut. Ein dritter erkennt in ihr ein kleines Zeichen der Widerstandskraft der Natur. Und ein vierter nimmt sie überhaupt nicht wahr. Die Pflanze ist dieselbe. Die Bedeutung entsteht im Betrachter.

Das heißt nicht, dass es keine überprüfbaren Fakten gibt oder jede Behauptung gleichermaßen richtig ist. Aber selbst Fakten werden von Menschen ausgewählt, eingeordnet und mit Bedeutung versehen. Genau das möchte ich auf dieser Seite untersuchen.

Ich möchte Themen aufgreifen, die unseren Alltag, unsere Gesellschaft und unsere Zukunft betreffen. Ich möchte unterschiedliche Perspektiven nebeneinanderstellen, Hintergründe recherchieren und Fragen öffnen, die im täglichen Leben häufig untergehen. Nicht, um Menschen eine bestimmte Meinung vorzugeben, sondern um vielleicht einen neuen Gedanken anzustoßen. 

Oder eine Diskussion.

Oder den kurzen Moment, in dem jemand denkt: Darüber habe ich so noch nie nachgedacht.

Ich bin kein Coach – und diese Seite ist keine Anleitung

Mir ist an dieser Stelle etwas wichtig: Ich bin kein Coach.

Ich möchte niemandem erklären, wie er leben, denken, arbeiten, lieben, glauben oder seine Kinder erziehen sollte. Ich habe keine allgemeingültige Lösung für ein gutes Leben. Was ich hier teile, ist meine Perspektive.

Sie beruht auf meinen Erfahrungen, meiner Recherche, meinen Beobachtungen und den Fragen, die mich beschäftigen. Andere Menschen können dieselben Dinge vollkommen anders erleben und zu anderen Schlussfolgerungen kommen.

Genau darin liegt für mich der Wert des Austauschs. Es geht hier nicht darum, wer recht hat. Es geht darum, einander besser zu verstehen, die eigene Sicht gelegentlich zu verlassen und das Vertraute aus einem anderen Winkel zu betrachten.

Dabei möchte ich so klar wie möglich unterscheiden:

  • Was ist belegt?
  • Was ist meine persönliche Erfahrung?
  • Was ist Interpretation?
  • Was ist eine Vermutung?
  • Und wo betreten wir bewusst den Raum eines Gedankenexperiments?

Eine Entwicklung, die neue Fragen stellt

Beruflich beschäftige ich mich intensiv mit künstlicher Intelligenz, Prozessen, Automatisierung und Social Media.

Ich erlebe derzeit eine technologische Entwicklung in einer Geschwindigkeit, wie ich sie in meinem bisherigen Berufsleben noch nicht gesehen habe. Neue KI-Systeme, Automatisierungen und robotische Lösungen entstehen innerhalb weniger Monate. Dinge, die vor kurzer Zeit noch wie Zukunftsmusik wirkten, werden langsam Teil unseres Arbeitsalltags.

Das eröffnet enorme Möglichkeiten. Es wirft aber auch grundlegende Fragen auf.

  • Wo wollen wir eigentlich hin?
  • Wie möchten wir diese Technologien nutzen?
  • Welche Aufgaben wollen wir an Maschinen abgeben – und welche Erfahrungen möchten wir bewusst selbst behalten?
  • Wie verändert sich der Wert menschlicher Arbeit, wenn Maschinen immer mehr Tätigkeiten übernehmen können?
  • Und welchen Wert schreiben wir uns als Menschen zu, wenn Intelligenz, Wissen oder Produktivität nicht länger ausschließlich menschliche Eigenschaften sind?

Vielleicht zwingt uns die Entwicklung künstlicher Intelligenz dazu, eine Frage neu zu beantworten, die wir lange über unsere Arbeit beantwortet haben: Was macht uns als Menschen aus?

Stellen wir uns für einen Moment eine andere Zukunft vor...

Der folgende Gedanke ist keine Vorhersage. Er ist ein bewusst positives Gedankenexperiment.

Stellen wir uns eine Zukunft vor, in der künstliche Intelligenz und Robotik viele Standardaufgaben unseres Alltags übernehmen.

Maschinen helfen im Haushalt, unterstützen bei der Pflege von Gärten und Feldern und erledigen einen großen Teil administrativer Routinen. Verwaltungsprozesse laufen weitgehend automatisiert. Viele Tätigkeiten, die heute Zeit beanspruchen, weil sie „irgendjemand machen muss“, werden von technischen Systemen im Hintergrund erledigt.

Doch anstatt die gewonnene Zeit sofort wieder mit noch mehr Arbeit zu füllen, treffen Menschen eine andere Entscheidung.Sie nutzen diese Zeit für ihre Familien, für Freundschaften und Gemeinschaft. Sie bewegen sich mehr, verbringen Zeit in der Natur, kümmern sich um ihre Gesundheit und entdecken Interessen wieder, für die im bisherigen Alltag kaum Raum war.

Menschen, die Geschichten im Kopf tragen, aber Schwierigkeiten mit dem Schreiben haben, nutzen künstliche Intelligenz, um ihre Gedanken in Worte zu fassen. Menschen, die Musik lieben, aber kein Instrument spielen können, finden neue Möglichkeiten, ihre Ideen hörbar zu machen. Technologie ersetzt Kreativität in dieser Welt nicht. Sie macht kreativen Ausdruck für mehr Menschen zugänglich.

Gleichzeitig verändert sich vielleicht unser Bewusstsein für die Grundlagen unseres Lebens. Menschen fragen genauer, was sie essen, woher ihre Lebensmittel stammen und wie Nahrung ihre Gesundheit beeinflusst. Mehr von ihnen beginnen, Obst, Kräuter oder Gemüse selbst anzubauen – nicht unbedingt, um vollständig autark zu leben, sondern um wieder eine Beziehung zu dem aufzubauen, was sie ernährt. Sie verstehen Natur nicht länger nur als Kulisse, Freizeitort oder Rohstoffquelle. Sie begreifen sich wieder stärker als Teil eines Ökosystems, von dem sie abhängig sind.

Auch wirtschaftliche Strukturen verändern sich. Vielleicht sinkt der Stellenwert des reinen Konsums. Statt immer mehr Gegenstände zu besitzen, werden Dienstleistungen, Reparatur, gemeinschaftliche Nutzung, Bildung, Erfahrung und persönliche Entwicklung wichtiger. Technologie verliert einen Teil ihres bedrohlichen Charakters, weil Menschen ihren Nutzen unmittelbar erleben und gleichzeitig lernen, klare Grenzen zu setzen.

Und vielleicht rücken dadurch menschliche Werte wieder stärker in den Vordergrund.

  • Mitgefühl.
  • Verantwortung.
  • Kreativität.
  • Gemeinschaft.
  • Neugier.

Die Fähigkeit, Konflikte auszuhalten, ohne den anderen Menschen sofort zum Feind zu erklären.

UND Natürlich kann die Zukunft auch anders verlaufen. Technologie allein wird keine bessere Welt erschaffen. Sie kann bestehende Ungleichheiten verstärken, Kontrolle erleichtern und den Druck auf Menschen weiter erhöhen. Die Maschine entscheidet nicht, wie die gewonnene Zeit verteilt wird. Das tun Menschen, Unternehmen, Gesellschaften und politische Systeme. 

Genau deshalb lohnt sich das Gedankenexperiment. Denn es zeigt nicht, was automatisch geschehen wird. Es zeigt, was geschehen könnte, wenn wir beginnen, technologische Entwicklung bewusst mit menschlicher Entwicklung zu verbinden.

Wollen wir dieselben Schleifen wiederholen?

Vielleicht steht hinter all diesen Fragen eine noch größere: Wollen wir als Menschheit weiterhin dieselben Schleifen aus Konkurrenz, Macht, Krieg und anschließendem Frieden wiederholen? Oder können wir beginnen, eine andere Zukunft zu entwerfen? 

Eine Zukunft, in der wir nicht nur neue Maschinen entwickeln, sondern auch unsere Fähigkeit zu Zusammenarbeit, Verantwortung und Mitgefühl.

Eine Zukunft, in der wir nach den Sternen greifen, ohne dabei die Erde unter unseren Füßen zu vergessen.

Um eine solche Zukunft überhaupt denken zu können, müssen wir bereit sein, bestehende Muster, Glaubenssätze und Wertvorstellungen zu prüfen.

Nicht alles Alte ist falsch und nicht alles Neue ist Fortschritt.

Aber nichts sollte allein deshalb unangetastet bleiben, weil wir es schon immer so gemacht haben.

Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst“ ist ein Satz von Mahatma Gandhi. 

Für mich bedeutet er nicht, dass ein einzelner Mensch die gesamte Welt retten muss.

Für mich bedeutet er, die eigenen Muster zu erkennen. Die eigenen Entscheidungen bewusster zu treffen. Anders zuzuhören. Fragen zu stellen. Und dort, wo es möglich ist, einen kleinen Teil des eigenen Lebens so zu gestalten, wie man sich auch die größere Welt wünschen würde.

Warum diese Seite?

Diese Seite ist entstanden, weil ich glaube, dass Fragen etwas verändern können. Nicht jede Frage braucht sofort eine Antwort. Manche Fragen begleiten uns über Jahre. Manche verändern sich, während wir uns verändern. Und manche zeigen uns erst im Rückblick, wie sehr wir längst unterwegs sind.

Ich werde hier über Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Familie, Gesundheit, Natur, Bewusstsein, Geschichte, Kultur und Zukunft schreiben. Vielleicht manchmal auch über Tomatenpflanzen, schwedische Wälder oder eine Pflanze, die unbeirrt durch eine Pflasterfuge wächst. Für mich gehört all das zusammen.

Denn die eigentliche Frage hinter diesen Themen lautet immer wieder: Wie können wir in einer Welt des Wandels ein gutes, freies, gesundes, bewusstes und menschliches Leben gestalten? Ich kenne die endgültige Antwort darauf nicht. Aber ich möchte sie erforschen.

Falls dich diese Fragen ebenfalls beschäftigen, begleite mich gerne auf diesem Weg. Teile deine Gedanken, widersprich mir, ergänze meine Perspektive oder eröffne eine ganz neue. Lass uns miteinander nachdenken, statt einander fertige Meinungen vorzugeben.

Und vielleicht finden wir dabei nicht den einen richtigen Weg. Aber einige neue Wege, die wir vorher noch nicht sehen konnten.

Ich freue mich, dass du hier bist. 

Alles Liebe, Maike


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